Morné Mirastelle schreibt.
Entweder hier
oder auf Papier.
Die Spionin, die aus der Kälte kam, schaut ab und an vorbei.
Kürmann sitzt meist in seiner Ecke.

Morné Mirastelle wurde geboren, und zwar in einem Bergwerksstollen im Ostbergland, in der Stadt, wo die Mormonen wohnen.
Sie besuchte eine Schule, deren Fenster nicht geöffnet werden durften, weil diese als tragende Wände deklariert worden waren.
Bereits mit acht Jahren begann sie, Tagebuch zu schreiben, und das macht sie auch immer noch. Wenn man alle ihre Tagebücher nebeneinanderstellt, kommt man auf eine stattliche Länge von zwei Metern achtzig, es empfiehlt sich also, nett zu ihr zu sein, sonst erfährt die Welt nach ihrem Ableben aus ihrem schriftlichen Nachlass, welch Schuft man doch war.
Mit zwölf hat sie dann aufgehört, Ponygeschichten zu schreiben, manche bedauern dass, weil sie jetzt nur noch Märchen, Kurzgeschichten, Traumtagebücher und Zeug, welches man nicht schubladisieren kann, raushaut.
In den Jahren 2002 bis 2004 hat sie zudem die Zeitschrift „Mondkrank – Magazin für Grenzgang und Zeitverfall“ herausgegeben und fand das ganz toll.
Sie lernt Latein (gezwungenermaßen) und Schwedisch (freiwillig) und studiert Geschichte und Germanistik, weil sie vor ein paar Jahren noch dachte, sie könne mal die Nachfolge von Guido Knopf antreten, aber irgendwann ist ihr klargeworden, dass sie ihre Märchen lieber live und in Farbe statt im Fernsehen vorträgt, sie hat nämlich auch gar keinen Fernseher, weil sie lieber wöchentlich mit dem Bollerwagen zur Bibliothek fährt.
Apropros fahren, einen Führerschein hat sie nicht, aber sie kann gut Nachbarshäuser mit dem Gabelstapler rammen. Überhaupt hat M. Mirastelle eine gute Trefferquote, so tritt sie auch zuverlässig in jedes Fettnäpfchen, was sich ihr bietet, auf Lesungen wird das gerne mit vom Publikum geowrfenen Aschenbechern quittiert.
Wenn sie groß ist, also größer als einsvierundsechzigeinhalb, will sie mal Schriftstellerin werden, weil man dann den ganzen Tag so tun kann, als täte man was, nämlich kreativ sein und weil sie eine von denen ist, denen die Fragen und Antworten immer erst hinterher einfallen, und wenn sie sie aufschreibt, gehen sie wenigstens nicht verloren. Ausserdem findet sie es toll, dass die Welt es mal schriftlich hat, dass M. Mirastelle weder dafür noch dagegen, sondern lieber dazwischen und eine Grenzgängerin ist.
Sie präferiert die deutsche Sprache und sagt Dinge wie „Weltnetzpräsenz“ statt Homepage und „Nietenhose“ statt Jeans, überhaupt kann man sie als heimatverbunden bezeichnen, und das hört man dann auch.
Weiterhin liebt sie die Natur und ihr spirituelles Weltbild, gute Musik, gute Bücher und Wolfgang Borchert.
Sie lebt mit einem Kater, der ein Karamellfell und zwei Bernsteinaugen sein eigen nennt, zusammen, und in ihrem Bad schauen sich Romy Schneider und Ian Curtis in stiller Eintracht und größter Zufriedenheit in die Augen, gleichwohl ihre Nachbarn meinen, dass man mit einer wie ihr nicht unbedingt im gleichen Haus wohnen muss.
Sie selbst würde sich als offen für alles bezeichnen, solange es um Blumen und Komplimente geht, ausserdem gehört sie keiner Szene an, ist aber unglaublich gut darin, welche zu machen.
M. Mirastelle sammelt Unglaublichkeiten, diese kann man in ihrem Erstlingswerk „Kopf-Stein-Pflaster“ nachlesen, welches übrigens faszinierend vielseitig ist, zumindest wenn man 128 Seiten als viel bezeichnen kann.
(c) Morné Mirastelle
Autorenvorstellung bei ubooks:
http://ubooks.de/Morne-Mirastelle.119.0.html
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