03.10.2011

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Guten Abend, gestatten, ich bin auf der Flucht. Ich sitze im Zug, um wieder in der Heimat zu hausen, denn ich wurde vertrieben und ich, ich muss auch was austreiben.

In die überstürzte Flucht schlug mich das indiskrete Internet (auch Weltnetz oder Geißel Gottes genannt), welches mir stündlich neue elektronische Post zustellte, die ich jedoch gar nicht haben wollte, weil sie meistensteils von einer Gruppe Menschen stammte, die ich, für mich, heimlich, die „Arbeitsaufschwätzer“ nenne. Ihre Anliegen sind immer bis gestern zu erledigen, Notfälle von überzeugender Relevanz, überlebenswichtige zu erledigende Projekte, und sie selbst kennen weder Gnade noch Wochenende.

Irgendwann kam ich nicht mehr hinterher, die Mails zu beantworten. Geschweige denn, die mir auferlegten Aufträge zu bearbeiten. Irgendwann wuchs mir mein eigenes Postfach über den Kopf, in dem bereits die drei Dämonen Selbstzweifel, Selbstbeschimpfung und Selbsthass wohnten. Ich brauchte, wie mir auffiel, einen Exorzismus, sozusagen. Als erstes mussten die Schwätzer weg. Die Dämonen. Oder ich. Und so fing es an: mit dem Gedanken an das weg.

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07.06.2011

Tausend kleine Sonnen

geschrieben am 07.06.2011 in Schemenhaftes von Morné Mirastelle · 2 Kommentare

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Durch einer Geister Welt schien ich zu wandeln

Und fühlt mich selbst als Schatten eines Traums.“

Lord Alfred Tennyson (1809 – 1892), „Die Prinzessin“


Ob es einen Unterschied machen würde, wenn der kleine Karl wüsste, dass es jede Nacht exakt dieselbe Uhrzeit ist, zu der er aufwacht? Jede Nacht um 3 Uhr 8 wacht der kleine Karl auf, jede Nacht. Aber auch ohne dass er es weiß, ist es für ihn ja stets dieselbe Uhrzeit: die Zeit, um die er den Schlaf verlässt. Daran orientiert sich alles. Was das in Zahlen bedeutet, ist gleich. Karl kann die Uhr ja so oder so noch gar nicht lesen.

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08.05.2011

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Gestatten: Ich bin die Kasernenkatze.

Nun, eigentlich bin ich hier die Kasernenkommandantin, aber das wissen die, die in meinem Revier rumstreunen, fünf Mal am Tag ihren Anzug wechseln und planlos über das Gelände hetzen, scheinbar nicht, weil ihnen das keiner gesagt hat, und sie wissen nur das, was man ihnen sagt und sie tun auch nur das, was man ihnen sagt. Damit, ihnen zu erzählen, wer hier wirklich das Sagen hat, verschwende ich allerdings nicht meine Zeit. So lange sie meine Vorhaben nicht durchkreuzen, dürfen sie gern hier zu Gast sein, in meiner Kaserne. Wir kommen uns nur selten in die Quere, denn für die wirklich wesentlichen Dinge haben sie kein Verständnis und wohl auch keine Zeit: sie haben damit zu tun, in Rudeln umherzulaufen, sich gegenseitig mit wirrem Zeug zu beschwatzen – im günstigsten Fall, im ungünstigsten Fall schreien sie einander an, was meinen feinen Katzenohren gar nicht gut tut – und der Prüfungen wegen nach Angst zu riechen, bevor sie sich gegenseitig beweihräuchern und sich mit ernstem Gesichtsausdruck Blechgebamsel an ihre grauen Uniformen hängen.

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13.01.2011

Gänseblümchen im November

geschrieben am 13.01.2011 in Schemenhaftes von Morné Mirastelle · 3 Kommentare

Befund:

Sich befinden in der

Stadt der goldgrünen Lichter


Es ist ein Tag wie geborgen, ein Tag wie geborgt.

Die Sonne hing an der Eiche die ganze Vollmondnacht, jetzt schläft sie tief im Holz. In der Stadt der grüngoldenen Lichter ist nicht wichtig, was es ist, sondern was es bedeutet, bezeichnet, und Zeichen brechen durch den Asphalt und strecken als Recken die Äste in den hohen Himmel, die Wurzel tiefer in die Mitte, gebrochen durch die Erdenhaut.

Diesen Tag beblicke ich durch Wimpern, die wirr sind wie Wälder. Die Stadt ist benetzt vom Nebel, der nicht vom Himmel kommt; angefüllt mit warmem Menschenatem. Als schliefe sie noch, zugedeckt, warm, beschützt. Nichts Schlimmes kann sie je erreichen, kein Schauder durch die Stille dringen. Ein Tal, in innerem Frieden abgeschnitten von Welt, Zeit und Weltzeit.

Hier geht die Reise los, die Reise zurück

in den Berg

in die Zeit

Die Reise beginnt am Bahnhof, dem grauen, wattigrunden, pulsierenden Herzen der Stadt.

Die Reise beginnt wie…

Durch den Wesenwald


… Nieselregen, der als Nebel über den bebaumten Bergen hängt. Stollengeister hausen da, zwischen den Steinen. Nach Hause kommen ist wie in einen Schacht einfahren: Dringen zum Herzen, Dringen zum Gewohnten, Geschützten, Geborgenem, Geliebten von der Welt. Zum Mittelpunkt der Welt, der geschützt, der so gemauert ist, dass ich selbst keiner Mauern mehr bedarf.

Und alles ist so richtig, dass selbst die Trostlosigkeit tröstet, weil sie an ihrem Platz ist wie alles. Tropfen kalten Regens, aber die Füße sind warm: Das kommt von dem Pulsieren unter der Erde, das immer stärker wird, immer wärmer wird, das Kraft hat und Leben und Erinnerung.

Das uns begrüsst.

Willkommen zurück.

Hier, im Wesenwald, beginnt sie: die Heimat, die uns erkennt, weil sie uns kennt.

Und die Geister aus den Stollen und die Geister am Fluß sind noch dieselben aufregenden, vertrauten Unbekannten wie damals.

Einheitsamkeit


Zwischen RadRattern und ZugZuhause dringt durch den Wesenwald die Einheitsamkeit.

Ein Flüstern und Wispern und Tuscheln an jedem Stein, an jeden Baum. Ein jeder wesenbelebte Nebelfetzen im Astgewirr raunt es dir zu: Ich weiß und du bist mir bekannt und willkommen zurück.

Heimat ist, wo die Landschaft dir so vertraut ist, dass du die Veränderungen erkennst, wo du in einer…

In der Spielzeugstadt


… Spielzeugstadt ankommst und gehst durch einen Ort, der zwischen Burgmauern dich auf Erinnerungen statt Steinen und Strassen laufen lässt.

Wo nicht man, aber du, nicht fallen kannst, weil das Fundament vertraut heisst und dir traut ist. Wo die Anderen fremd sind, weil es deine Stadt ist, deine Strassen, deine Steine, selbst nach Jahrhunderten noch.

Eine aus der Zeit gefallene Scholle Land, ein Stück abgebrochene Welt, ein Ort, der sich mit dir

verbündet

hat

auf

immer.

Das verlorene Dorf


Das verlorene Dorf durchschreitet man nur als Spuk. Die TraumZeit darf niemand vergessen. Dafür bin ich hier. Ein Mal, nicht aus Stein, ein Ge-Denk-Mal-an gegen das gehasste hässliche Haus.

Schneewittchentanten ruhen in sich selbst und heulen richtig, und wenn, dann ist das richtig.

Kehren zurück und kehren hervor.

Im verlorenen Dorf gibt es keine Teppiche mehr.

Im verlorenen Dorf die verlorene Sprache.

Die Sprache

Geht tiefer

Und tiefer

Zum

Spruch

Wir treffen uns

Am Wiesenbrunnen

Am weißen Brunnen


…immergün steht sie

An Urds Brunnen.

(Edda, Der Seherin Gesicht, 13)

Verwunschen und verzaubert und verschlafen. Da liegt er, zwischen weiten Wiesen und Wesenwald: der Brunnen.

Wurzel und Fluss zugleich.

Im Frühjahr der Schlamm, aus dem ein jedes Lebewesen kroch. Die Sehnsucht hangelt sich von den verkrümmten Ästen.

Im Sommer eine Zigarette unter dem weitesten, blauesten Himmel und im würzigsten, weichesten Heu.

Im Herbst ein trauriges Schlaflied im Blätterwirbelsturmschicksal.

… spät im Jahr deckt Glitzerschnee die WinterWunden zu.

Nachts treffen wir uns auf dem tiefen, tiefen Berg und verzaubern und besprechen Wald und Welt.

Ein Flug durch Licht und Luft, durch Baumkronen und Blättergewirr.

Ein Wispern aus der Zeit.

Sicht im Schatten und Schatten in Sicht.

Nachts am weißen Brunnen: Feuer, Runen und Kreuzwege.

HeilLand


…vielwissende,

drei, aus dem Born, der unterm Baume liegt.

(Edda, Der Seherin Gesicht, 14)

Am Brunnen steht ihr unter dem Baum, der die Welt ist, der sie schliesst, rundet, der den Himmel näher an die Erde bettet und sie bedeckt jeden Abend, bevor die Nacht heranbricht und herein-einbricht.

Da klingt es an, wenn wir uns an den Händen halten: etwas in uns, das Tiefe, Wahre, allen Wesen eigene.

Das Alte.

Das Heilige sind Punkte aus Licht in der Schwärze des Himmels, konsequent und klar.

Ein Schatz am Brunnen, heilig, nicht heil.

Von diesem Ort aus wird gebaut ein Paradies ohne Erwachsene, für lose, von Baum und Nest gefallene Blätter, die die Welt hinter der Welt kennen.

Nur hier, an diesem Ort, an diesem Brunnen, an diesem Wortortbrunnen wachsen sie,

die

Gänseblümchen

im

November.

© Morné Mirastelle, Hartung 2011

19.12.2010

Irrlichtern

geschrieben am 19.12.2010 in Schemenhaftes von Morné Mirastelle · 4 Kommentare

Mein Irrlicht


Oder: Ein Notwendfeuer auf offener See


Kinder sind keine Fässer, die gefüllt,

sondern Feuer, die entzündet werden wollen.“

(François Rabelais)


Aus der Tiefe eines Traumes steigen die Bilder. Mit blauen Eisschleiern im Hinterkopf ein Starren in den Schnee. Noch schläft die Welt, riechen die Menschen nach Traum, flattern Fetzen archaischer Allgewalten um Häuser und Hirne. Wir sind die ersten, wir haben die Augen offen gehalten die ganze Nacht, und bar und bloß liegen die Seelen ungeschützt.

Und sind gefallen in eine andere Welt, ohne es zu merken, ohne das Tor zu durchschreiten. Da haben wir den kleinen Schwestern die Seele zermatscht, blutig und klein lagen sie auf den hässlichen Händen, herausgerissen und leblos. Und jetzt sind die kleinen Schwestern blond, süß und leer. Wandeln unter den Lebenden und nur wir können wissen, dass sie doch schon tot sind. Sie weichen unseren Blicken aus, erkennen uns nicht mehr, und Schmerz und Schuld reißen vom Scheitel zur Sohle einen heißblauen Blitz in unsern Leib. Niemand weiß von einer Gewissensnot, die gierig ist wie ein Geier. Und genauso geheim.

In ein Grab haben wir sie geworfen, und als wir die Erde aufbrachen, erkannten wir die Wirklichkeit: dass Särge sind wie Mülltonnen. So künstlich wie Kunststoff, passend zu Leben, die sind wie der Tod selbst: unwichtig, wenn sie nur in die richtige Form finden. Wie Menschenkinder: Hüllen, die es zu befüllen gilt mit Unrat.

Und in der Grabkammer brennt noch ein nacktes Neonlicht. Bis einer die Tür schliesst.

Es ist ein Unterschied, ob man mit Boden unter den Füßen losläuft und beflügelt von Gaben und Geschenken oder bepackt mit einem schweren Rucksack, der größer ist als man selbst und größer, als man jemals sein wird. Und der immer größer wird.

Und statt auf Reise zu gehen, erledigen wir das Leben statt es zu erleben. Erledigen es mit einem Zettel, einem Stift und einem Pistolenschuss. Dabei sind wir fern, wir nennen es All-Tag, und so treiben wir und ankern höchstens an den Wänden noch.

Ein Erdbebenleben eben.

Was nutzt ein Stein am Seil, wenn Sturm ist im offenen Meer? Und ist die Oberfläche doch glatt, die Allgewalten bezwingen wir nicht, in der Nacht reißen sie uns wieder mit, sie haben ein Anrecht auf uns, sie sind wie wir und wir wie sie. Man kennt sich. Man grüßt sich.

Im kastigen Betonbordell, das Weiber ebenso wie Vergewaltigung verwaltet, fehlt eine Frau. Auf der Liste. Liesse sich ersetzen, aber spannend wäre es doch, zu erfahren, wo sie ist. Ob sie wieder kommt. Wieder weitermachen wird.

Am Strand habe ich sie gefunden, das, was noch sie selbst war, also eigentlich: nur den Kopf. Angemalt und selbst im Tode lächelnd. Hat sich ein Gesicht gezeichnet über und gegen die Zeichnung des Schicksals. Und bricht man ihren Schädel auf, gegen den die Wellen schlagen am Tag und in der Nacht, so findet man eine Kerbe auf der Seele, nein, es sind mehrere, viele, es ist, als habe man am Türrahmen festhalten wollen, wie groß das Kind geworden ist, wie es wächst, verewigt im Holz, doch Wachstum ist es nicht, was da geschnitzt wurde als Zeichen, da ist nichts er-wachsen als das liebe, liebe Leid. (Das Schicksal liebt das Leid. Und leidet an der Liebe. Leider.) Und die Schuld hat die Seele ganz grau gemacht. Mit einem Blick kann man das erkennen, leider müsste man dazu erst den Schädel spalten, so tief sitzt es und liegt dann doch bloß. Es bedürfte hier, in diesem Fall, ganz eindeutig einer Kennzeichnungspflicht. Aber das riecht dann auch wieder nach Schädelvermessung. Und das will ja wieder keiner.

Und weil wir dann außen so rau waren und innen ganz rot und wund, und weil es nicht mehr auf nichts ankam, haben wir dann noch eine Menschenfigur aus dem Fenster gestoßen. Die Befriedigung war nicht so groß wie das Ziehen und das Zerren an ihren Haaren, aber zumindest war ein Gefühl da. Für den arkanischen Augenblick. Und vor dem Ausstoßen haben wir sie ausgezogen. Für den Fall. (Den Fall des freien Falls.)

Jetzt warten wir auf das Zeichen. Die Sonne wird nicht aufgehen an diesem Tag, aber müde Menschen werden wach. Haben Schleier auf den Augen und traumwandeln vor sich hin, durch den Tag, geschützt von einer warmen Decke, die sie bettet. Sich unter diese Menschen mischen, auf ihr Käferkrabbeln durch das Glas zu glotzen, das sind die Haken an den Wänden. An denen machen wir fest, machen wir uns fest. Dann schaukelt das Schiff nicht mehr so schlimm, bis eine Fetzenfee, blassblau wie durchsichtiger Donner, wieder im Türrahmen steht und schweigt statt spricht. Wir nehmen es mit. Das Geheimnis. Durch die Nacht, durch den Tag und durch das ganze Leben. Wir lassen es nicht los.

Wir bluten nicht aus.

Es wird nicht das Richtige passieren, wenn wir nicht das Richtige tun. Es ist Notwendfeuerzeit.

© Morné Mirastelle, Julmond 2010

25.11.2008

sonnen(ge)hörig

geschrieben am 25.11.2008 in Schemenhaftes von Morné Mirastelle · 0 Kommentare

im fliederfarbenen sand ein stück glas. chaoslichtern umgeistert von uralten lichtstrahlen, ein prisma im grünen flaschengeist. seit gestern ist die sonne rot.

in den abrisshäusern stehen frauenschatten einsam und ewig; sie haben sich selbst wach gemacht, doch wissen nun nicht mehr, warum. also stehen sie weiterhin da, auf ihrem grausig unendlichen zeitstrahl und starren in den grauniesligen novemberregen, der in die glaslosen fenster sprüht. und in den menschengelebten häusern, da stehen andere schatten. in den stummen bibliotheken, in den warmen küchen, in den buntgewohnten wohnzimmern, den verhassten engen fahrstühlen, den durchhasteten fluren, den wispernden hörsälen, den seufzenden schlafzimmern, den gelangweilten aufenthaltsräumen, den gestressten büros, den hilflosen wartezimmern, in den kaltdüsteren treppenhäusern, in den durchschauderten kinderzimmern. vor allem in den kinderzimmern.

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04.08.2008

Traum vom Sein

geschrieben am 04.08.2008 in Schemenhaftes von Morné Mirastelle · 4 Kommentare

Wir träumten einst vom Leben: da waren wir noch gar nicht geboren. Wir träumten einst vom Leben: und unser Traum war stark. Wir träumten einst vom Leben: und wussten doch noch gar nicht, was Leben ist.

Wir waren uns unser selbst noch nicht bewusst. Ganz am Anfang, da war das nur ein Traumgebilde.

Und der Traum wurde zum Gedanken. Der Gedanke wurde zum Willen: und der Wille wurde zu reinster Energie.

Etwas hatte das Universum erträumt und es und uns dadurch erdacht.

Wir träumten von der Welt und vom Leben und hatten beides erträumt und erdacht.

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12.07.2008

Coma White Retrospective

geschrieben am 12.07.2008 in Schemenhaftes von Spionin · 0 Kommentare

Everytime I rise I see you falling.“

Passive Aggressive“, Placebo

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01.07.2008

Wir alle, verleugnend ein Held

geschrieben am 01.07.2008 in Schemenhaftes von Morné Mirastelle · 2 Kommentare

Oder: Unsere geschändeten faschistischen Engel

Oder: Ihr knüpft uns den Schatten der fällt auf alle Länder

- Was ist Kunst?

Kunst ist, wenn es für dich Kunst ist.

Ist es für dich keine Kunst, ist es keine Kunst.

So einfach und so schwierig ist das. –

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24.06.2008

Stadtgespräche

geschrieben am 24.06.2008 in Schemenhaftes von Morné Mirastelle · 2 Kommentare

grosse graue geisterstadt. gieräugig und großatmig. ihre nacht voller grüner, violetter und goldener lichter, die sich spiegeln in ihrem fluss – der sich beeilt, hinfortzukommen, bloss nicht zu verweilen… strassenbahnen. gelb, grün oder rot im herbstnachmittag, in ihr menschen, die sich fürchten, nach innen zu schielen, blickkontakt auf jeden fall und immer zu vermeiden suchend, die sich fürchten, nach draussen zu sehen, weil sie glauben, der stadt vorgeführt zu werden wie ein tier im käfig… als ob die stadt hinsehen würde. als ob sie sich dafür interessierte. doch vielleicht, wenn ihr mal langweilig ist, an so einem oktobernachmittag… dann streift sie sicherlich manchmal diese sich ständig selbst umrührende masse, die hastende flüchtende, jagende meute, die flirrenden silbergrauen partikel in ihr – menschen. ihre menschen?

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